Samstag, 13. Juli 2013

Polen/Deutschland - Bambi getroffen

Wunderschöne Landstraße, toller Sonnenuntergang, Dämmerung, ich fahre entspannt 100 km/h, ja, jetzt fehlt eigentlich nur noch nen Hirsch. Das wäre der "adäquate Abschluss" ((c) Team 69 http://rallye500.wordpress.com/) für diese aufregende Rallye, technisch und menschlich. Und siehe da, der Rallye-Gott hat aufgepasst:
Uns is ja nich schon genug Mist passiert! Da haben wir Bambi mal sauber weggefetzt, is ja zum Glück nich so groß. Super, noch später beim Treffpunkt ankommen (sind den ganzen Tag Landstraße A20 gefahren, statt E28 oben rum, ich könnte kotzen! Mal wieder ne Diskussion, was wir machen. Weiterfahren nach Stettin und auch ohne Reparatur weiter nach Deutschland? Nein, ADAC anrufen, Reh suchen, Polizei anrufen. ADAC hm, Reh tot am Straßenrand, Polizei besetzt (muhahaha, auch geil). Wir haben auf Rückruf gedrückt und sind dann ab nach Stettin. Hat sich bisher keiner gemeldet.
Ab zum Rallye-Abschluss, Bierchen und viel Gelächter. Lars meint, Team Hamburch Active sollte immer mitfahren, dann passiert den anderen nix, da wir das Pech ja magisch anziehen :D Sagen wir so, ohne den ganzen Scheiß wäre mein Blog fast langweilig gewesen. Somit besten Dank an alle!
Rallye ist geschafft und beendet! Also um ne Mitfahrgelegenheit kümmern, die mich schnell nach HH zurück bringt. Wer bietet sich da mehr an als das Rust Racing. Name is Programm, nach zwei Stunden nen Schnitt von 150, A20 halt. :D Somit konnten Marcel und Kai-Uwe sich ohne dritten Diskussionspartner in Ruhe um den ADAC kümmern und noch nen Tag im schönen Stettin bleiben, während ich den Termin in HH wahrnehmen muss. Für alle die beste Lösung. Habe mich sehr gefreut, das ich mit Marcel und Kai-Uwe die Tour kennengelernt habe, ich freu mich jetzt schon, mit ner geilen Karre und guten Freunden so etwas zu wiederholen!! Vielen Dank an das Orga-Team aus dem wunderbaren "diese Stadt is nich bekannt"!

Fazit á la Team 69: Es war ein einmaliges Erlebnis das wir alle nie vergessen werden. Mit einem 500 Euro Auto an Orten zu sein wo man normalerweise lieber nen Unimog oder Panzer dabei gehabt hätte ist schon der Wahnsinn.
Wir sehen uns in Deutschland, Ost- Südeuropa oder im Orient, bis bald!


Polen - Marienburg in Danzig, Stettin

Das Hostel war mal wieder super, diesmal wieder nen Sechs-Bett-Zimmer mit drei Hochbetten. Da fällt mir auf, dass ich fast nie Fotos vom Zimmer gemacht habe. In der Regel haben wir immer so 20-30 EUR pro Person gezahlt. Jedes Team bucht die Hotels selbst, d.h. manche haben nen Loft, manche nen Hostel ;)
Heute morgen (Freitag) dann Ansprache beim Haus der Sowjets, dass laut Wikipedia nie fertiggestellt wurde.
Unsere Aufkleber sind jetzt vollständig, alle sorgfältig von Marcel geklebt. Schick sieht es aus!
Heute geht's nach Danzig mit der Tagesaufgabe, am langen Markt ein Eis zu essen. Außerdem stehen als Wertungspunkte der größte Backsteinbau Europas (die weiträumige Burganlage Marienburg) sowie ein Foto von Danzig, aufgenommen vom Turm des Rechtsstädtischen Rathauses.
Hier die Marienburg:
Wir sind auf dem Weg und wollten vor der Grenze noch einmal tanken. Seltsamerweise standen allerdings alle Fahrzeuge geneigt auf Keilen an der Zapfsäule. 
Okay, weiterzufahren. 500 Meter weiter, nächste Tankstelle, gleiches Spiel. Hier stellt sich Marcel dann allerdings in die Reihe, mal sehen, was passiert, vielleicht wird es ja wieder lustig :)
Aktuell passiert allerdings auch nichts. Alle warten auf irgendetwas. Scheinbar gibts nur ne begrenzte Menge an Sprit hier? Stündlich freigegeben? Deshalb will man den Tank durch die Schräglage maximal voll machen? Einschränkung von Grenz-Tank-Tourismus?
So, das Warten war ne Technical Break. Also kein Kontingent. Ist wohl ein Geschäftsmodell, da der Preisunterschied hoch genug ist, lustig!
An der Tanke ist schon aufgefallen, das fast nur Passats vermutlich mit nem größeren Tank am Start sind. Nun sind wir an der Grenze und hier stehen die Passats nun auch in Reih und Glied.
Nun mal schaun, wie lange wir für die Grenze brauchen, alleine, als erstes von allen Fahrzeugen und vor allem: Ohne Eddie! Jetzt ist es 9:40 Uhr.
So, jetzt wird es langsam interessant, wir dürfen uns in die Schlange zur Komplett-Kontrolle einreihen.
Okay, einmal Auto aus- und wieder eingepackt. 10:20 Uhr. Waren ja nur 40 Minuten? Falsch, Uhrumstellung war dabei, also eine Stunde und 40 min. Naja, die anderen Autos der Rallye sind beim Warten an uns vorbeigefahren, ohne Probleme die Grenze passiert. Hm, woran das wohl diesmal liegt?
Leider regnet es heute, aber wir sind ja auch schon im Nachbarland von Deutschland, was will man erwarten :)

Soeben haben wir das tatsächlich schöne Königsberg besucht. Tolle Innenstadt, hoher Turm, Eis gekauft.
Mal schauen, ob wir nochmal in die Ostsee springen können, das Wetter ist nicht so gut und wir haben es schon kurz nach 4 und noch 350 km vor uns. Und es ist Stau.
Ich zu KU, er aufm Beifahrer: kannste mal  Fenster bissle dicht machen, wird kalt hier hinten? - er: nee, geht nicht, muss aufbleiben, sonst schlaf ich ein! - ich: Äh, ja :(
So, eingeschlafen isser nich, ich dafür schon :)
Leider is immernoch Stau, immernoch 300 km und schon kurz vor 18 Uhr :(

Freitag, 12. Juli 2013

Lettland/Litauen/Kaliningrad - Riga & die kurische Nehrung

Schaut euch wie immer das Tagesvideo an!! http://www.rallye500.de/

Gut aufgewacht, aber nur, weil ich um eins im Bett war, ausschlafen war auch echt mal wichtig! Abends waren wir etwas essen, Kai-Uwe hat einen süßen Weisswein bestellt, nach kurzer Diskussion den Hauswein bekommen und diesen für köstlich befunden und anschließend waren wir mit allen noch etwas trinken.
Heute morgen (Donnerstag) die Ansprache auf einer Insel im Fluss von Riga. Dort gab es wie jeden Tag die Landesaufkleber, heute den für Lettland, da wir dieses wohlbehalten erreicht haben, bzw. unser Auto das geschafft hat.
Und dann auf nach Kaliningrad. Bevor wir dort ankommen, durchqueren wir noch Litauen. Tagesaufgabe ist das Aufstellen eines Kreuzes auf dem Berg der Kreuze. Also ging es als erstes über die Grenze und wir haben zum ersten Mal das Wechselbüro genutzt. Hier haben wir unsere ersten Litauischen Litas bekommen.
Den Berg der Kreuze haben wir gefunden und ein selbstgebasteltes Kreuz aufgestellt.
Nun geht's weiter zum Wertungspunkt "alte Raketensilos". Über eine weitere Schotterpiste ging's in Kolonne problemlos dorthin. Unter der Erde geht's  40 Meter tief, allerdings wir konnten nur den Teil an der Oberfläche sehen, unspektakulär!
Anschließend waren wir alle zusammen essen, gutes Schaschlik :)   Zwischendurch haben wir leider verschiedene tolle Tiere mit unserem Auto mitgenommen.
Stumpfer Nachtrag zu gestern.
Mit der Fähre ging es von Kleipeda (bestimmt gerade falsch geschrieben) rüber auf die kurische Nehrung. Dies ist eine schicke Urlaubshalbinsel, wie wir sie auch in Deutschland haben. Nach 20 km kommt die Grenze zum russischen Kaliningrad. Nach der Grenze versuchen wir, dass hervorragende Wetter ein weiteres Mal zum Baden zu nutzen :)
Der Grenzübertritt scheint mal wieder reibungslos zu funktionieren, dank Eddie, ich bin auf die Verhandlungsstory wieder gespannt (manchmal ne Rittersport, manchmal Vodka, manchmal Bargeld, sprich mich an, dann erzähl ich die ganze Story). Tipp: bei Grenzübertritten sollte idealerweise einer die Landessprache kennen und die Standard-Verhandlungstaktiken kennen!
So, Fahrerwechsel, ich geh nach hinten, da ich keinen internationalen Führerschein habe. Somit setz ich mich hinten rein, greif nach hinten in die Kühltruhe rein, hol ein Bier raus und meine, "meine Fahrzeit is ja nu vorbei". Sofortiger Kommentar von Marcel: "Du willst doch wohl nicht hier an der Grenze ein Bier aufmachen? Dann lassen die uns bestimmt nicht so schnell hier weg." Tja, so ist das.
Da guck ich lieber mal auf die Roaming-Gebühren.
Scheiß teuer! Letztes Jahr hab ich aus Kroatien Blog geschrieben und entgegen meiner Erwartungen gab's da wohl noch nicht die EU Preise, deshalb waren es dann 250 EUR für ne Woche :) Habe draus gelernt! 
In der nächsten Badebucht haben wir alle zusammen angehalten. Bester Strand mit tollen Wasser :)
So, Willkommen in Kaliningrad!
Irgendwie fehlen da Fenster :)
Zu unserem Auto: gedengeltes Rad is 1a und weiterhin drauf. Auspuff is durch uns wird vielleicht in Polen repariert, Marcels Freundin kennt da welche :)
Puh, die Strassen hier sind der größte Scheiß!!
Hostel is okay, gerade mit'm Fahrrad drei km zum Siegesplatz gefahren. Gut gegessen, nen paar Drinks mit den Leuten und ab nach Hause! Dabei fiel mir folgendes Auto auf. Saubäähr :D

Mittwoch, 10. Juli 2013

Estland - Racing Team Hamburch Active

Gestern abend is nix spektakuläres mehr passiert, gut gegessen, Honig Bier g'soffe, im Shooters abgestürzt :D
Von diesen Brettern gabs noch mehrere @&€#%**$£% 

So, nun ausm Delirium erwacht! Erwacht? Scheisse, eine Stunde Schlaf und jetzt auf die Rallye-Strecke. Rallye-Strecke? Ja, genau! Wir haben eine freie Rennstrecke bei Tallinn für drei Stunden gemietet. Und nachdem wir ja jetzt nen Ersatzrad haben, sind wir gewillt, Vollgas zu geben. Zur Rennstrecke haben wir zum Glück ne Dreiviertelstunde benötigt, das brauchte ich auch, um auszunüchtern! Hat geklappt. Hier die Map, man fährt zwei Runden:
Ja, jeder fährt natürlich in seinem Rallye-Auto, wenn es verreckt, hat man halt Pech gehabt. Dieses Pech haben nur drei Teams herausgefordert: Das Orga-Team, die Topguns und wir (natürlich). Nach dem Ausladen von jeglichem unnötigen Kilo und ein paar Aufwärmrunden das erste Rennen: Vectra von Orga gegen BMW Topgun. Schon beim Start is der Vectra als Sieger gehandelt worden, aber das Rennen is ja erst zu Ende, wenn man die Ziellinie quert. Die Orga-Karre hat's direkt zerrissen. Weit in Führung liegend gabs nen Schlag vorne links und es wurde dann direkt die Box angesteuert. Somit ging der erste Sieg an Topgun. Doch dann haben wir unseren roten Renner angeschmissen und den Sieger gefordert. Front- gegen Hecktriebler. Rot gegen Blau. Ford Escort Turnier gegen BMW 316i. 90 PS Turbodiesel gegen 100 PS Benziner. Nach einem ausgeglichenen Start ging's in die Kurven. Topgun hatte sein Heck aber nicht voll unter Kontrolle und konnte nicht das Maximum rausholen, somit ging der Sieg an den Ford!! Wer hätte das gedacht? Wir dachten die machen uns alle platt und nun standen wir on Top. Nen paar Rennen später blieb das auch so, ne komplette Runde stell ich mal als Youtube demnächst rein. Unsere Karre hat echt top durchgehalten, alles schick. Nur der Auspuff hat was abbekommen, er hört sich langsam sportlicher an :) Und Kai-Uwe hat gemeint, er hat erstmals Reifen zum quietschen gebracht, also: nen herzlichen! :D
So, um 12 gabs die Siegerehrung und die Tagesansprache. Die Tagesaufgabe war die Rallye, check. Nun geht's runter nach Riga.
Das Orga-Auto konnte wohl auch innerhalb einer Stunde wieder fertig gemacht werden, an der Rennstrecke gabs sinnvollerweise ne angeschlossene Werkstatt. Hoffen wir mal, dass sie wohlbehalten heute Abend in Riga ankommen!
Gespräch des Morgens war außerdem, dass ein Navi und nen paar andere Dinge heute Nacht den Besitzer wechselten.
Sowas ist scheisse :(

So, alle Wertungspunkte abgefahren, gerade am See gechillt und Ravioli und Wassermelone gefuttert. Aber es passiert auch so immer was, d.h. unseren Auspuff hat's schön zerlegt.
Puh, wir kommen gerade im Hostel an und was gibts als erstes? Ein Freibier aufs Haus!

Dienstag, 9. Juli 2013

Estland - Rad, größter Wasserfall, Bad

Der gestrige Abend und die weiße Nacht waren ganz nett, Marcel hat heute Geburtstag und wir waren an der Newa und haben die in St. Petersburg super beleuchteten Gebäude bestaunt.
Heute geht's also nach Estland. Auf dem Weg sind einige Geisterstädte zu besuchen, z.B. bei Viivikonna und Sirgala. Es gab in Estland nämlich an der Orten eine florierende Ölschieferindustrie, nun ist diese aber nicht mehr vorhanden und es wohnen dort nur noch wenige Menschen.
Dann liegt noch Estlands höchster Wasserfall auf der Route und zwar in Valaste, ich hoffe, wir schaffen es dorthin. Apropos schaffen: das gedengelte Rad macht weiterhin einen soliden Eindruck, wir fahren jetzt erstmal weiter und sobald wir eine Werkstatt finden, fragen wir nach einer Ersatzfelge :)

Jetzt sind wir wieder in Estland, juchu! Das gedengelte Rad hält weiterhin. :) nach einer Monstergun-Wasserschlacht beim Warten am Grenzübergang sind wir schleunigst zu McD, das selbstverständlich schon 15 km vor der russischen Grenze ausgeschildert war!
Meine Wahl fällt auf den New York Crispy!
Wir sind jetzt erleichtert, wieder in der EU zu sein, da wird's bei ner Panne nen bisschen einfacher :)
Die Geisterstadt war unspektakulär, somit nun mit Vollgas zum Wasserfall!

Doch dann??? Marcel, der seit der Grenze sich hinten mal ausruht, nachdem er durch ganz Russland gefahren ist (gaaanz Russland? Neiiiiin, ein kleines rebellisches Dorf leistet Widerstand [...]), meinte plötzlich, dass da nen Escort vor nem Haus steht und ob wir dem nicht nen Ersatzrad abkaufen wollen? Gesagt, Rückwärtsgang rein und zurück. Alleinstehenden Haus, Hunde bellen, zwei Ford vor der Tür. Wir steigen aus, ein Fenster öffnet sich, unsere grandiose Zeichensprache (Kreis, deuten auf Rad, deuten auf uns und unser Auto) bewegt die Dame sich zu uns nach draußen. Relativ schnell war ihr klar, was wir wollen und sie ruft jmd an, der Englisch kann. Wir also erstmal die Reserveräder der Karren gecheckt, soweit okay, also signalisierten wir: Wir nehmen eins. Was bieten wir? 10 EUR? 15? Kai-Uwe übernahm das bargaining, endlich lohnte es sich mal, regelmäßig die knallhart scharfe Trulla auf RTL2 beim Handeln zu schauen. :D
Also, er handelte von 30 auf 20, wir begannen das Rad abzuschrauben. Aber wir sind ja auf eine Rallye ud wo sind die anderen Autos, wenn man sie braucht? Richtig, nie da, aber jetzt kommt plötzlich einer nach dem anderen um die Ecke! Alles klar? Reifen nun geplatzt? Whats up, or what? - neee, wir kaufen Reifen für nen Zwanni!
Geil, nun ist die dauernd schwelende Sorge vor der nächsten Panne ohne Ersatzrad erstmal wieder beseitigt! Mit neuer Freude ab zum Wasserfall. Dort angekommen stellten wir fest, das man dort weder ins Wasser springen konnte, noch das es annähernd spektakulär wäre. Nen anderer Tourist meinte, DAS würde er nach fünf Bier auch hinbekommen... Recht hatta!
Also halb enttäuscht vorgeschlagen, noch kurz an der Küste entlang zu fahren, vielleicht finden wir ja noch nen Badespot. Und wie es so sein soll, wir fanden bei Saka ein kleines Paradies. Turm, Treppe, feiner Sandstrand, was will man Meer ;)
Und dann hat auch noch ne chillige Band ihren Soundcheck durchgeführt, ramontisch ((c) by Lars)!
Kurz danach noch ein Straßenschild:
:D
Nun geht's nach Tallin, wo uns das Restaurant Nr. 9 auf der Terrasse auf nem Glasgebäude empfohlen wurde.

Montag, 8. Juli 2013

Russland - Einreise & OMFG

Wir haben es tatsächlich zur russischen Grenze geschafft, allerdings war das schon das Einfachste. Jetzt stehen wir hier sind relativ schnell erfolgreich registriert. Nun müssen wir allerdings eine  extra Haftpflicht-Versicherung für Russland abschließen. Problem: Das Formular ist 100% kyrillisch. Zu unserem Glück kann Team 07 ein wenig Russisch und wir füllen das Formular nun gemeinsam aus. Fotos machen ist hier verboten, klaro.

Also, erstmal reisen alle Personen nach RUS ein. Dann geht's eine Bude weiter und der Fahrer muss das DIN A4 zweimal ausfüllen. Die Beifahrer müssen NICHTS mehr machen. Dann Kofferraum auf, kurze Kontrolle, letzter Stempel, Schranke hoch und Abfahrt. Klingt schnell, waren aber 90 Minuten :D
Nun sind wir ohne Haftpflicht-Versicherung in Russland unterwegs. Allerdings lässt dies partiell Panik aufkommen, wodurch wir nun bei jedem Schild anhalten und versuchen, ne Versicherung abzuschließen! Is ja auch richtig, wenn man kontrolliert wird oder wenn was passiert, wäre es halt doof :( Also folgen wir nun der Skizze einer netten Dame, die in irgendeinem Büro an irgendeinem Schild saß.
Nächste Tankstelle auch nix, trotz ALLIANZ-Stand. Aber dafur Werbung für Neste Oil von glücklichen Picknick-Mädchen.
So, in Wyborg angekommen und Tagesaufgabe erledigt: Steige auf den Olafturm und mache ein Foto. Für den Eintritt die ersten Rubel abgeholt:


So, weiter nach St. Petersburg, allerdings nicht auf der M10, sondern am Wasser entlang. Leider hatten wir die A123 verpasst und sind erst auf die A125. Puh, was ne Schlaglochpiste, nich schön! Dagegen war die Schotterpiste gestern am See wie die A1 von HH nach Bremen!! Hier ein Stück mit wenig Dämpferkillern, dafür mit Bus!
Also, Richtung Kamenka, dann rechts und ab zum Wasser!

Doch dann:
Bäääm bäääm!!!


OMG, was ein Schaden, WAS ein Schlagloch. Die Strasse wurde gerade besser, Marcel jagt mit 80 nem Kies-Laster hinterher, da erscheint das Loch!!! Marcel versucht es zu überfahren, d.h. ein Reifen links vom Loch, einer rechts. Leider hat es rechts nicht gepasst. Nach zwei fetten Schlägen auf der rechten Seite, also unter mir, sind wir auf der Felge, sorry, auf DEN Felgen an den Straßenrand geschlittert. Bisschen wie im Film, nur leider war es der eigene!!! Irgendetwas flog nach dem Schlag rechts in den Wald. Von meinem Beifahrersitz war das Feeling, als ob sich das Vorderrad nach rechts in den Wald verabschiedet. Also, aussteigen und gucken:
Das war es dann wohl, beide Räder platt, Felgen 1a fertig. Was tun? ADAC? Nein, das Anrufen kostet ja so viel? Auto anhalten? Beste Möglichkeit. Erstmal das eine Rad wechseln und weitersehen, zwischendurch vielleicht jmd anhalten? Also hab ich beim nächsten LKW den Arm gehoben und er hält an. Ein junger Mann steigt aus, wir verstehen ihn nicht, er versteht uns nicht. Reifen? Da! Ein Reifen? Ersatz? Hilfe? Hilfeeeee!!!
Also, was tun? Ein Ersatzrad haben wir, aber dass Marcel gleich zwei Räder mit einem Mal schrottet, konnte ja keiner ahnen. Was ein Scheiß!!! Tatsächlich mitten in der Pampa...
Kaff um die Ecke, wir im Wald, keine Kenntnisse, OMG. Mit dem LKW einer von uns mit Rad zum Dorf und dort nen Ersatz beschaffen? Zum Glück hab ich das nicht gemacht. Der LKW-Fahrer/Retter (ab jetzt heißt er Retter 1) fing an zu telefonieren. Zwischendurch hob ich ein weiteres Mal den Arm, das Auto wurde langsamer, fuhr vorbei und ich hob weiter den Arm und zum Glück kam Retter 2 (R2) mit dem Rückwärtsgang zu uns. Nun konnten sich Retter 1+2 sich in Landessprache über eine mögliche Lösung austauschen und beide telefonierten zusätzlich. Mit dem Fazit: Eure Felge gibts nirgends!! Fuckkk!!
Okay, ADAC?
Die Retter diskutierten weiter, und dann kam Bewegung auf. R2 kramte im Auto und kam dann mit'm Hammer auf uns zu...(Break, nächstes Kapitel erscheint morgen!)

Scherz, weiter geht's!
...und kniet sich an das Schrottrad und bearbeitet es mit gezielten Hieben. Er versucht tatsächlich, die Delle aus der Felge zu hauen. Und was hat nen LKW-Fahrer/R1 in Russland so dabei? Er löste am Fahrzeug nen schwarzes Seil, was war das? Richtig, nen Druckluftschlauch zum Reifenaufpumpen. Da haben R1+2 doch tatsächlich besprochen, das geschrottete Rad wieder hinzubiegen und wieder aufzufüllen. Also Attacke, die nächste Kaltverformung kann losgehen. Leider war Felge 1 an der Delle gerissen und die Luft strömte wieder heraus. Aber? Genau, Schrottfelge 2 wurde ebenfalls bearbeitet, dort gab es keinen Riss, juchu. Und siehe da, es funktioniert! Unglaublich, die Lösung hatte ich nicht in Betracht gezogen. Am liebsten hätte ich beide umarmt und ihnen ganz viel Rubel zugesteckt, aber sie wollten nichts. Und da ich nicht genau wusste, ob es nicht eine Beleidigung wäre, wenn ich ihnen doch etwas zustecke, habe ich es gelassen.
Wenn ich nicht versteckt nen Foto gemacht habe oder in Spanisch oder Deutsch redend und gestikulierend auf sie einredete, stand ich als Gewicht auf der Reifenkante :) Warum Spanisch? Total blöd, aber das ist scheinbar meine Hauptgestikuliersprache, wenn ich weiß, der Gegenüber versteht mich eh nicht.
Zum Glück den richtigen LkW-Fahrer angehalten, zum Glück zusätzlich das weitere richtige Auto angehalten!!!
Wir sind dann hinter R2 hergefahren und er hat uns auf einer ganz guten Strasse zur Autobahn geführt. Die Strasse dorthin war in unserer Karte nich eingezeichnet, also unser Tipp: Immer HOCHAUFLÖSENDE Karten kaufen. Aber ob da dann die Strasse draufgewesen wäre?
Auf der M10 ist Marcel dann schön mit teils über 100 km/h weitergefahren, für mich zu schnell :(. Er wollte kein Verkehrshindernis sein, nun hängen wir zum Glück hinter einem langsamen LkW und bleiben da bei 80 km/h.
Das Auto musste nun noch den einen oder anderen Schlag auf der Beifahrerseite hinnehmen, Schlaglöcher gibt es hier leider überall :(
So, nun sind wir zum Glück so gut wie in St. Petersburg, d.h. das Rad hat gehalten, Gott sei Dank in jeglicher Hinsicht!
Wow, Hostel erreicht (krasskrasskrass krass krass!), chillen, dann in die weiße Nacht, die allerdings laut Rezeption an sich jede Nacht ist :D Wertungspunkte haben sich heute sowas von erledigt!!
Wenn sich der Druck im Reifen hält, dann fahren wir wohl damit morgen weiter... Jetzt ist erstmal nen ordentlicher Ölwechsel durch Druckbetankung fällig!